Datenschutz adé? „Die letzte Schlacht um die Freiheit“

eyesBig Data ist anders. Es verrät all unsere privaten Daten, es gefährdet unsere Privatheit, unsere persönliche Autonomie, sagt mir der Grünen-Europapolitiker Jan Albrecht im Interview. Der Kampf um den Datenschutz sieht er als „letzte Schlacht um die Freiheit“. Warum sie in Zeiten der NSA am Smartphone beginnt.

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Die Helden der Presse riskieren Kopf und Kragen

presse3Respekt! Sie bringen sich in Teufelsküche. Ja: Sie riskieren Kopf und Kragen, bisweilen sogar buchstäblich: Wenn Journalisten fiese Skandale aufdecken, miese Machenschaften enthüllen oder unerschrocken den Mächtigen der Welt die Stirn bieten – sie sind die Helden der Pressefreiheit. Es steht schlecht um sie.

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NSA-Enthüller: Du gibst Deine Freiheit für ein smartes Phone auf?

nsaSeltene Einblicke in ein dunkles Gewerbe: Der NSA-Enthüller Barton Gellman hat die Snowden-Dokumente gelesen. Und was der Journalist der Washington Post in einem ZDF-Interview darüber erzählt, lässt aufhorchen und aufschrecken. Vom dräuenden Ende der Privatsphäre.

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Was ein Aufstand! Greenpeace lässt unsere Bienen rebellieren

Was ein Aufstand! Greenpeace lässt unsere Bienen rebellieren

GreenbeesWow, was für ein Biene! Emsig, sozial, vom Aussterben bedroht! Nun erheben sie sich zur Rebellion! Der Aufstand der Bienen, die Greenbees wehren sich wie aufgestachelt mit Fühlern und Füßen! Sehenswertes Greenpeace-Video 🙂

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Und dann lässt Putin Edward Snowden zuschalten

Und dann lässt Putin Edward Snowden zuschalten

Was für eine Show! Das muss man ihm lassen: Kremlchef Wladimir Putin erklärt leichtfüßig der Welt seine Welt und seine Sicht auf die Dinge der Welt. Alternativlos. Und dann lässt Putin plötzlich Edward Snowden in seine Show zuschalten.

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Mit der Steinschleuder gegen die Kriegsdrohne

Mit der Steinschleuder gegen die Kriegsdrohne

Glück gehabt. Es war richtig, statt in der digitalen Zeitung zu stöbern mal die Fernbedienung zu ertasten und auf ARTE zu landen. Die servierten eine bärenstarke Doku über das Töten via Joystick – im Krieg der Drohnen.

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Die Frau, die Kriege sichtbar machte

Die Frau, die Kriege sichtbar machte

Und auf einmal bin ich wach. Nicht wegen der Farbe Rot. In Rot färbt sich häufig der Ticker, wenn die eiligen Meldungen reinrauschen. „Eilmeldung“ – wenn die News nach Aufmerksamkeit schreit, still brüllt auf wenigen Tickerzeilen. Da bin ich zu abgebrüht, zu oft knallt da was rein, von Cricket-Meldungen und „Durchbrüchen“. Ich klick es meist müde weg. Dieses Mal nicht. Die Meldung schreckt auf. Es dreht sich um eine von uns, um eine Journalistin in einem Krisengebiet, die Kopf und Kragen riskiert. Für uns, die wissen wollen, was fernab unserer Breitengraden geschieht. Nur, nun es ist eFotoine bedrückende Eilmeldung – sie lässt schaudern. Sie kündet vom Tod von Anja Niedringhaus.

Die Agenturen melden eilig: Ausländische Journalistin in Afghanistan erschossen. Das am Vorabend der Wahlen. Die Taliban hatten angedroht, das Land mit Terror zu überziehen. Journalisten geraten da schnell ins mörderische Visier, versprechen sie doch große mediale Aufmerksamkeit im Ausland – die Taliban bomben sich quasi auf die Titelseiten und in die Fernsehnachrichten. Perfide Logik. Sie funktioniert.

Die ersten Medien eilen, auf Twitter verbreitet es sich wie ein Lauffeuer. Und die Quellenlage? Eine einzige Quelle! Kein gutes Zeugnis für die Branche. Wir haben Glück im Unglück. Unser Reporter ist in Afghanistan, wir rufen eilens an, es rauscht, es raschelt, es knistert in der Handy-Verbindung. Der Kollege kann es bestätigen: es  gab einen Anschlag, auf eine deutsche Kriegs-Reporterin, Anja Niedringhaus ist tot, erschossen von einem Polizisten. Zwei Quellen, eine eigene und zuverlässige, wir können eilen. Den Namen der Fotografin behalten wir erstmal für uns.

Warum eigentlich? Sollen es die Angehörigen über die Medien erfahren? Wollen wir die Menschen bis ins Mark erschüttern? Wir halten uns erstmal zurück, noch gibt es keine offiziele Bestätigung. Die Agentur der Journalistin sagt – noch – nichts, die Botschaft macht sich kundig.  Wir gewinnen keinen Blumentopf, die ersten zu sein. Am Ende verbocken wir es mit einem falschen Namen! Abwarten statt die Geduld und Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Doch dann twittert AP es selbst. Jetzt gehen wir auch mit Namen und Bild von der Reporterin raus, die Jahr für Jahr von Krisen und Kriegen berichtete. Die Fotografin war sehr erfahren. Die meisten kannten ihren Namen gar nicht, doch ihre unfassbar beeindruckenden Bilder schon.  Die Journalistin war nah dran. 2FotoSie hat von den Menschen, Krieg und Leid berichtet und es quasi via Foto sichtbar gemacht. Hier ein kleiner Eindruck ihrer Arbeit: http://irak.arte.tv/de/bilder-aus-irak/anja-niedringhaus-2/. .

Für ihre berührenden wie erschreckenden Fotos aus Kriegsgebieten hat sie viel riskiert.  Sie sagte mal: „Wenn ich es nicht fotografiere, wird es nicht bekannt.“ Sie bekam für ihre Arbeit den Pulitzer-Preis. Auch, weil sie das grässliche Bild der Kriege ungeschminkt der Öffentlichkeit zeigte. Es waren aber auch immer Photos dabei, die selbst im schlimmsten Krieg noch Hoffnung verströmten.

 

ps.: Ein 15-minütiges Portrait über Anja Niedringhaus aus dem Jahr 2011

ps.: Wie sich Afghanistan entwickelt hat – aus der Perspektive der Reporterin, tolle Bildstrecke: The Atlantic

ps.: Terror mit Ankündigung: Terror der Taliban – Hintergrundstück vom ZDF

ps.: Anja Niedringhaus Fotoerzählt von ihrer Arbeit: Beitrag von Arte Was sie in Jugoslawien, Irak, Afghanistan erlebte.

ps.: Ihre eigene Website.
ps.: Reporter ohne Grenzen sind bestürzt – und erinnern: seit 2002 wurden mindestens 19 Journalisten in Afghanistan umgebracht.

ps.. ZDF-Reporter Uli Gack erzählt ausführlich, wie er in Krisen- wie Kriegsgebieten arbeitet.

News? Ach komm! Let’s talk about the weather!

News? Ach komm! Let’s talk about the weather!

Also wirklich! Ich twittere mir einen Wolf, tippe mir die Finger wund, scanne gefühlt alles durch auf der Suche nach den News. Und was erregt die Aufmerksamkeit? Die steile These über Medien-Journalismus oder über Echtzeit-Eskalationsjournalismus? Das bärenstarke Hintergrund-Stück über die Krim-Krise, der Skandal um machtbesessene Politiker, die in Hinterzimmern miese Deals ausbrüten? Nein, weit gefehlt! Es ist das, worüber alle reden – das Wetter! Hätte ich mal auf die Engländer gehört. Let’s talk about the weather!

Greenshot_2014-03-28_11-46-13

Aber gut, heute hatte ich tatsächlich mal was cooles zu erzählen – vom meteorologischen Namensvetter! Ja, doch wirklich. Dass Thema spüren die Menschen sprichwörtlich auf der Haut. Fühlt sich gut an, macht behaglich, nicht immer diese schnöden, bleischweren Politikthemen, wen juckt den das? Lieber wohliges Wohlsein. Und wer sorgt dafür? Das Hoch namens „Kai“. Toller Namen. „Kai“ beschert uns sonnige, warme Tage, Sonne pur, und das an einem Wochenende. Ein Traum.

Und was für ein positives Echo in den sozialen Netzwerken auf einen Post. Da steht geschrieben: „Ein Hoch auf Hoch Kai“. Ach! „Kai, das machst du gut“. Ach, gern. „Bleib uns lange erhalten Kai“. Ach, jetzt hör aber auf! Einfach rührend. Toll. So was erwärmendes höre ich das ganze Jahr über nicht. Auch wenn ich damit herzlich wenig zu tun habe. Gelobt sei der Wettergott (und der Namenspate), dass ich nicht Kyrill heiße, der mal als Monstersturm wüst übers Land herzog. Da wollt schon einer mit dem Kollegen „Kyrill“ sprechen. Puh. Dann lieber Kai, ein Hoch auf ihn, ein Hoch für ihn. 12 Stunden pralle Sonne, made by me. Jetzt aber – raus zu Kai!

Ps.: Wo kommen bloß die Namen her? Da kann man Wetterpate werden: Wetterpate

Ps.: Wie wird bloß das Wetter? Immer gut, die ZDF-Wetterredaktion: das Wetter beim ZDF

Ps.: Wer macht da noch so oben rum außer Kai? Die Ilse und die Jutta:

Wetterkarte vom wetterparten

Twitter? Braucht kein Erdogan!

Twitter? Braucht kein Erdogan!

Abschalten! Es zermalmt Lebenszeit genauso wie Facebook und dieses andere moderne Hipsterzeug in diesem Internet. Es frisst Zeit so gierig wie Pac-Man! Es lenkt vom Leben ab. Überhaupt, soziale Netzwerke, Blender! Die streuen nur Gerüchte, verbreiten Lügen, schmeißen mit Dreck. Teufelszeug! Bäh! Muss man mit der Wurzel rausreißen, zerdrücken, verdammen – so ähnlich kläfft der machtbessene Erdogan. Der will dem armen Twittervögelchen nun an die Gurgel.

Twitter - verstummt

Teufelszeug? Höllenlärm? Verdamnis? Mal langsam. Der Einzige, der hier einen Höllenlärm veranstaltet, war ja der türkische Zensor. Der lässt eher gruseln, mit seinen undemokratischen Allüren. Im Wahlkampf setzt der türkische Ministerpräsident eher auf aggressive Vorwärtsverteidigung und schert sich einen Teufel um die gescheite Jugend. Lieber regt er sich über Twitter auf – statt sich von ihm anregen zu lassen. Was will er? Seine Ruhe vor diesem Medium, deren Nutzer ihn kritisch hinterfragen und dessen Nutzer ihn wohl auch nicht wählen. Also, verbieten! Wähler verbieten geht ja nicht.

Vielleicht macht ihn auch sein Tweetdeck kirre? Klar, die Tweets rauschen da bisweilen wie vom Teufel (oder vom Zensor?) gejagt durch die Spalten. Bei mir auch. Da werden die Augen trocken, man vergisst beinahe das Blinzeln. Have a Break, drück die Pausetaste – und dann geht es richtig ab, wenn man seelenruhig die Tweets verschlingt. Was sich da alles offenbart, wenn man – sehr logisch! – den Richtigen folgt. Ein Traum. Was da für kostbare Köstlichkeiten durchs Netz rasen – ein menschlicher Schatz an Wissen, Weisheit, Wahnsinn. Ein Spaß. Und mit Spaß an der Demokratie mitwirken – ein Glücklicher, wem das zuteil wird. Der eben auch die Zeit hat, sich in Themen wie ein Maulwurf einzuwühlen, auch wenn es – verflixt nochmal – Zeit frisst.

Twitter? Braucht vielleicht kein Mensch. Viel Gutes läuft auch im Fernsehen, steht auf Websites, in Zeitungen oder in Blogs geschrieben. Oder – noch verrückter – vielleicht hat der Freund auch was Neues zu erzählen. Twitter jedenfalls ist bei vielen im Alltag verankert, erst der Griff zum Smartphone, dann die Augen aufmachen und der erste, verträumte Blick geht auf den schrägen Vogel. Hab ich gehört. Also, meine Verfolgten servieren mir News, Infos, Kurzweil. Jetzt mal ganz zu schweigen von der politischen Sprengkraft der sozialen Netzwerke, die womöglich im Zeitalter der Informationen die unbändige Kraft haben, ganze Systeme in Windeseile wegzufegen.

Twitter, Facebook & Co.? Kann man mitmachen, muss man nicht. Braucht jedenfalls keinen vormodernen Erdogan.

Ps.: Gerade in der Türkei sind europaweit die meisten bei Twitter aktiv, hierzulande dümpeln die Zahlen im Keller.

Ps.: Netz mal wieder vom Landeszensor gesperrt? So kann man Netzsperren umschiffen.

Smartes Video: Rap News rappt die Krim-Krise

Smartes Video: Rap News rappt die Krim-Krise

Ein Traum – wenn ein feiner Rap genügt, höchst ausgeklügelte Systeme zu verstehen. Statt sich stundenlang durch Aufsätze zu wühlen. Die Rede ist vom „Rap News“-Video über die Krim-Krise. Die beiden Australier Hugo Farrant und Giordano Nanni von The Juice Media rappen, was die Beats hergeben. Machen sie oft, machen sie gut, machen sie für Ohr & Hirn. Und der feine Clou daran: Sie erklären in gereimter Form, wie Krim-Krise geht. Aus ihrer Perspektive.

Knapp sechs Minuten lang knöpfen sich die beiden sozio-poetischen Analysten den Konflikt zwischen EU-USA-Ukraine-Russland vor. Die Jungs haben recherchiert, setzen auf Ironie, bisweilen auf krachende Effekte. Also schon mal gar nicht vor Putin erschrecken, den die klugen Blödelbarden parodieren. Eher vor den kruden Ideen des Kremls.

Die Rap News senden schon länger im Netz. Die Macher des britischen Guardians finden es gut.

Andere wie John Safran schwärmen: Twitter _ JohnSafran_ If Noam Chomsky had better ..

Dennoch macht es auch weiterhin Sinn, sich gute TV-Beiträge zu gönnen oder sich durch Artikel oder Bücher zu wälzen. Ist ja auch ein Traum, was die so alles ausleuchten – geschrieben halt.