Das verglühende 2016 war ein Jahr voller Kriege, Terror und zu vielen toten Helden. Das keimt die Frage: 2017 – geht`s noch schlimmer in diesen atemlosen Zeiten? 

So manch dunkler Gesell rutscht wohl mit ins neue Jahr: die Fake-News beispielsweise. Gerade in einem großen Wahljahr dürften falsche Nachrichten wieder ihr Unwesen treiben, besonders im bisweilen nicht ganz so sozialen Internet. Im Wahlkampf um den Bundestag im September dürften falsche Nachrichten im politischen Schlagabtausch eine Rolle spielen, noch mehr Desinformationen dürften kursieren, der USA-Wettstreit lieferte einen Vorgeschmack. Allein die rechte Website  Breitbart entlarvte, wie „Journalisten“ die Stimmung lenken können.

Die Wucht der Fake-News

Denkbar ist, dass politische Akteure via Facebook, Twitter & Co. vorgebliche News streuen, die alles sind – außer wahr. Nicht auszudenken, was wäre, würde man behaupten, Trinkwasser wäre verseucht – eine Panik. Es genügen schon krude Behauptungen, um das politische Klima zu vergiften und den Glauben an die Demokratie zu erschüttern. So ist das ganze an Weihnachten fast aus dem Ruder gelaufen. Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif war einem Fake-News aufgessen und drohte Israel schon mit seinen Atomwaffen. Überhaupt wabern schon lange krude Weltverschwörungstheorien durch die Weltgeschichte, unwahr bis in die letzte Pore, aber gern gelesen, weil es der eigenen Echokammer entspricht. Ja schon Machiavelli nutzte Fehlinformationen, und die rechte Plattform Breitbart machte im US-Wahlkampf gehörig Stimmung mit schrägen Storys.  Zumal ja Faks-News etwa beim US-Wahlkampf besser liefen als seriöse Nachrichten.

Panisch blicken so manche politische Beobachter auch auf die Bundestagswahl. Wählen die Bürger rechte oder rechtspopulistische Parteien ins Parlament? Bleibt Angela Merkel (CDU) als Kanzlerin an der Macht? Führen CSU und CDU einen gemeinsamen Wahlkampf? Besonders, wer tritt eigentlich aus der SPD gegen die Unions-Kanzerlin an, Sigmar Gabriel oder doch Martin Schulz? Im Ausland wird Deutschland jedenfalls stärker beachtet als früher. Die Erwartungen an Deutschland als Akteur in der internationalen Politik sind gestiegen. Manche sehen ja wie etwa die New York Times die Kanzlerin als Gralshütern, ja gar als die letzte Verteidigerin westlicher Werte. Und Deutschland als Ankermacht nicht nur Europas, sondern des aufgeklärten Westens – nur die Berliner sehen es wohl anders. Die wirken zuweilen eher wie eine Feder im Wind.

Keine geduldigen Diskussionen mehr – alles außer Rand und Band

Doch bis dahin stehen noch weitere Entscheidungen an. So kommt es am 12. Februar zur Wahl des Bundespräsidenten. Wahl? Nun, es steht schon vor der Wahl fest: Der amtierende Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) tritt in die Fußstapfen des Bundespräsidenten Joachim Gauck. Anschließend folgen die Landtagswahlen im Saarland (26. März), Schleswig-Holstein (7. Mai) sowie im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen am 14. Mai. Sie lassen die Stimmung der wählenden Bevölkerung für die Mutter alle Wahlen erahnen. Besonders: Ködern die Gesellen am rechten Rand weiter mit verqueren Ansichten den wählenden Bürger?

Heiter weiter geht es im April, dort küren die Franzosen ihren neuen Präsidenten. Siegen in Frankreich die rechten Populisten der Front National? Oder der konservative François Fillon? Überhaupt der Populismus. (Was macht eine populistische Partei aus und wie gefährlich ist sie für die Demokratie?) Ein Trend, der sich in vielen demokratischen Staaten durchsetzt. Schlichte Antworten auf komplexe Probleme. Keine geduldigen Diskussionen mehr, keine Muße mehr für sachkundige Auseinandersetzungen vertrackter Themen. Der Brexit und die Wahl in Österreich zeugen davon – ähnliches dräut uns in 2017.

Atemloses Netz gegen die lahme „Lügenpresse“ 

Für den Erfolg des uralten Populismus bedienen sich die Lautsprecher der Digitalisierung, also wie Nachrichten ihren Weg zum Wähler finden. Kurz, schnell, ohne Gegenrecherche in diesen atemlosen Zeiten, jeder kann mal was raushauen. Und manche verbreiten es unbesehen und gedankenlos weiter; als seien die Synapsen durchgebrannt. Und diese „Lügenpresse“ spielt mal wieder den Spielverderber und checkt die Quellen, braucht wieder ewiglich lange, was auf die Seiten zu hieven. (gut so!) Vor allem Populisten nutzen das Netz, um mit Falschmeldungen Stimmungen zu erzeugen und in ihren Sinn zu beeinflussen.

Was macht der Lausbub Trump?

Noch etwas wird 2017 in den Fokus rücken, gleich zu Beginn: Wie geht es in den USA weiter. Macht ein Präsident Donald Trump einfach sein Ding oder passt er sich doch den etablierten Formen der internationalen Politik an? Oder prägt sich Trump in die US-Geschichte als ein Mann ein, der die tatsächlichen politischen Verhältnisse in den USA und womöglich auch weltweit umstößt. Am 20. Januar startet seine Ära.

Nicht nur seine Agenda quillt über mit altvertrauten Themen, die 2017 prägen  – Bürgerkrieg in Syrien, Flüchtlingspolitik, Putin, EU-Krise, Brexit, den Auftrieb rechter Parteien. Alles Themen, die mit ins neue Jahr rutschen. Aber es ist – wie meine Mutter zu sagen pflegt – Gott sei Dank „kein Schaltjahr mehr, die sind immer schlimm“. Wie 2016. Auf ein besseres, neues Jahr – willkommen 2017.

 


Ps.: fuck 2016: R.I.P. David Bowie, Carrie Fisher, Bud Spencer, Anton Yelchin, Alan Rickman, Rick Parfitt, Muhammad Ali, Gene Wilder, Zsa Zsa Gabor, Alan Thicke, Robert Vaughn, Leonard Cohen, Manfred Krug, Pete Burns, David Huddleston, Götz George, John Berry, Peter Behrens, David Bowie, Wölli Rohde, Prince, Roger Cicero, Roger WillemsenPeter Lustig, Dave Mirra, Achim Mentzel, George Michaelsehenswert das Album des Jahres vom ZDF.

 

 

 

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2 Gedanken zu “2017 – geht es noch schlimmer?

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