Abschalten! Es zermalmt Lebenszeit genauso wie Facebook und dieses andere moderne Hipsterzeug in diesem Internet. Es frisst Zeit so gierig wie Pac-Man! Es lenkt vom Leben ab. Überhaupt, soziale Netzwerke, Blender! Die streuen nur Gerüchte, verbreiten Lügen, schmeißen mit Dreck. Teufelszeug! Bäh! Muss man mit der Wurzel rausreißen, zerdrücken, verdammen – so ähnlich kläfft der machtbessene Erdogan. Der will dem armen Twittervögelchen nun an die Gurgel.

Twitter - verstummt

Teufelszeug? Höllenlärm? Verdamnis? Mal langsam. Der Einzige, der hier einen Höllenlärm veranstaltet, war ja der türkische Zensor. Der lässt eher gruseln, mit seinen undemokratischen Allüren. Im Wahlkampf setzt der türkische Ministerpräsident eher auf aggressive Vorwärtsverteidigung und schert sich einen Teufel um die gescheite Jugend. Lieber regt er sich über Twitter auf – statt sich von ihm anregen zu lassen. Was will er? Seine Ruhe vor diesem Medium, deren Nutzer ihn kritisch hinterfragen und dessen Nutzer ihn wohl auch nicht wählen. Also, verbieten! Wähler verbieten geht ja nicht.

Vielleicht macht ihn auch sein Tweetdeck kirre? Klar, die Tweets rauschen da bisweilen wie vom Teufel (oder vom Zensor?) gejagt durch die Spalten. Bei mir auch. Da werden die Augen trocken, man vergisst beinahe das Blinzeln. Have a Break, drück die Pausetaste – und dann geht es richtig ab, wenn man seelenruhig die Tweets verschlingt. Was sich da alles offenbart, wenn man – sehr logisch! – den Richtigen folgt. Ein Traum. Was da für kostbare Köstlichkeiten durchs Netz rasen – ein menschlicher Schatz an Wissen, Weisheit, Wahnsinn. Ein Spaß. Und mit Spaß an der Demokratie mitwirken – ein Glücklicher, wem das zuteil wird. Der eben auch die Zeit hat, sich in Themen wie ein Maulwurf einzuwühlen, auch wenn es – verflixt nochmal – Zeit frisst.

Twitter? Braucht vielleicht kein Mensch. Viel Gutes läuft auch im Fernsehen, steht auf Websites, in Zeitungen oder in Blogs geschrieben. Oder – noch verrückter – vielleicht hat der Freund auch was Neues zu erzählen. Twitter jedenfalls ist bei vielen im Alltag verankert, erst der Griff zum Smartphone, dann die Augen aufmachen und der erste, verträumte Blick geht auf den schrägen Vogel. Hab ich gehört. Also, meine Verfolgten servieren mir News, Infos, Kurzweil. Jetzt mal ganz zu schweigen von der politischen Sprengkraft der sozialen Netzwerke, die womöglich im Zeitalter der Informationen die unbändige Kraft haben, ganze Systeme in Windeseile wegzufegen.

Twitter, Facebook & Co.? Kann man mitmachen, muss man nicht. Braucht jedenfalls keinen vormodernen Erdogan.

Ps.: Gerade in der Türkei sind europaweit die meisten bei Twitter aktiv, hierzulande dümpeln die Zahlen im Keller.

Ps.: Netz mal wieder vom Landeszensor gesperrt? So kann man Netzsperren umschiffen.

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Ein Gedanke zu “Twitter? Braucht kein Erdogan!

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